NRW

Vorstellung der Laubholzstudie NRW

Steigendes Laubholzaufkommen durch neue Produkte in Wert setzen

Nordrhein-Westfalen verfügt über umfangreiche Laubwälder und der Anteil der Laubbäume wächst. So beträgt der Anteil der Buche derzeit 19%, der Anteil der Eiche 17% an der Gesamtwaldfläche NRW`s. Die Laubholznutzungen haben gemäß der dritten Bunddeswaldinventur (BWI3) zwischen 2002 und 2012 deutlich zugenommen. Gleichzeitig unterliegen die Abnehmer von Laubstamm- und Laubindustrieholz, insbesondere die Säge- und Holzwerkstoffindustrie, seit Jahren einem Strukturwandel, was mit sich verringernden Verarbeitungskapazitäten einhergeht. Die in NRW ansässigen Unternehmen stehen im globalen Wettbewerb vor erheblichen Herausforderungen. Das sind Ergebnisse der Laubholzstudie NRW, die durch Umweltminister Johannes Remmel gemeinsam mit den Autoren der Studie des Beratungsunternehmens UNIQUE am 11. Mai auf der LIGNA in Hannover vorgestellt wurden.

Potenzial noch immer nicht ausgeschöpft

Gemäß der BWI3 wurden in NRW rund 2 Mio. Fm Laubholz pro Jahr genutzt, was gegenüber der letzten Dekade ein Plus von 48% bedeutet. Trotz der gesteigerten Nutzungen sind die Vorräte im Laubholz im letzten Jahrzehnt um insgesamt 14 Mio. Fm angestiegen, über 10 Mio. Fm davon im Starkholzbereich (BHD-Stufe über 50cm). Die Nutzungspotenziale im Laubholz sind folglich weiterhin nicht ausgeschöpft. Prognosen zeigen, dass für die kommenden Jahre zusätzliche Laubholznutzungen von +30% realistisch sind. Insbesondere wird das Mengen- und Wertschöpfungspotenzial der Eiche zu wenig ausgenutzt.

„Die Wälder in NRW werden zukünftig mehr Laubholz beinhalten. Daher müssen für das Laubholz auch verstärkt werthaltige Verwendungsmöglichkeiten erschlossen werden.“, sagte Minister Remmel. „Hierzu sollen innovative Produkte entwickelt und am Markt eingeführt werden, die von den Kundinnen und Kunden nachgefragt werden und die die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Laubholzindustrie in NRW stärken.“

Neben der Analyse des Laubholzaufkommens richtet die die Studie den Fokus auf die aktuellen und zukünftigen Märkte für laubholzbasierte Produkte sowie neue Möglichkeiten der Produktentwicklung. Diese werden insbesondere im Bereich des konstruktiven Holzbaus gesehen, z.B. Anwendungen im Bereich von Buchen-Furnierschichtholz (Produkt „BauBuche“). Zudem gibt die Studie Empfehlungen zur Steigerung der Wertschöpfung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Laubholz verarbeitenden Unternehmen. Zudem beschreibt die Studie anhand von Szenarien die Auswirkungen der Ausweisung von Naturschutzflächen auf die Verfügbarkeit der Rohstoffbasis Laubholz und die daraus resultierender Wertschöpfungsverluste innerhalb der weiteren Verarbeitungsstufen.


Autor: (pk)
Quelle: Wald und Holz NRW
Foto: Wald und Holz NRW

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